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Hier finden Sie mögliche Test- und Klausurfragen sowie kommentierte Musterlösungen. Für Anregungen zu Fragestellungen oder Antwortmöglichkeiten bin ich immer dankbar. Nutzen Sie die Chance, auf diesem Wege Einfluß auf die Fragestellungen in den Klausuren zu nehmen!

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Test 1

1.

Erläutern Sie, was der sog. „blinde Fleck" im Johari-Window besagt und geben sie Beispiele für Verhaltensweisen, die im blinden Fleck liegen können.
(10 P.)

2.

Untersuchen Sie die Äußerung „Ich will meinen persönlichen Arbeitsstil so entscheidend verbessern, daß ich weniger Überstunden mache und viel mehr Zeit für mein Bankbetriebswirtstudium habe!" daraufhin, ob sie eine geeignete Zieldefinition ist.
(15 P.)

3.

Grenzen Sie die Begriffe „Motiv" und „Motivation" voneinander ab.
(10 P.)

4.

Erläutern Sie vor dem Hintergrund Ihrer Lektüre über den Gehirnaufbau, warum MindMaps ein geeignetes Mittel zur kreativen Erfassung komplexer Sachverhalte sind.
(10 P.)

5.

Definieren Sie den Begriff „Kausalattributierungen" und zeigen Sie an einem selbstgewählten Beispiel, warum die Kenntnis verschiedener Kausalattributierungen unterschiedliches Verhalten von Mitarbeitern bei Mißerfolgen verständlich macht.
(15 P.)

 

Max. 60 Punkte, Zeitbedarf ca. 45 min.

 

Musterlösung zu Test 1

1)

Das Johari-Window stellt ein Modell einer einzelnen Persönlichkeit differenziert nach der Wahrnehmung der Verhaltensweisen durch die Person selbst und durch die Umwelt dar. (2 P.)

Der blinde Fleck ist der Bereich der Persönlichkeit, in dem Verhaltensweisen liegen, die der Person selbst unbekannt, dem Umfeld aber bekannt sind. (4 P.)

Beispiele sind etwa das unbewußte Einstreuen von Füllwörtern im Vortrag, bestimmte Gesten oder Körperhaltungen (2 * 2 P.)

Hinweis:

die Aussage „mir unbekannt, den anderen bekannt" ist als alleinige Antwort für die Frage etwas dürftig. Ein Verweis auf die grundsätzliche Aussage des Johari-Window erscheint für die umfassende Beantwortung der Frage notwendig.

2)

Untersuchung anhand "SMART":

Spezifisch: keine differenzierte Aussage, „Arbeitsstil entscheidend verbessern" ist keine klare, operationale Aussage (2 P)

Meßbar: „viel mehr Zeit" ist nicht meßbar

Angemessen: aufgrund der Unschärfe der Zielformulierung nicht herausfordernd, dementsprechend auch nicht angemessen

Realistisch: aufgrund der Unschärfe der Zielformulierung nicht entscheidbar

Terminiert: nein

(5 * 2 Punkte = 10 Punkte)

Verantwortlichkeit benannt: allenfalls implizit, könnte deutlicher sein (2,5 Punkte)

Rahmenbedingungen: nicht genannt (2,5 Punkte)

Hinweis:

die alleinige Beantwortung der Frage auf dem Hintergrund „SMART" führt zu einer insgesamt befriedigenden Bewertung Ihrer Antwort. Für gute oder sehr gute Leistungen sollte die gegebene Antwort über die Anwendung von „SMART" hinausgehen und weitere Kriterien nennen.

3)

Motive sind Antriebsmomente des Menschen, die allgemein die Richtung seines Verhalten bestimmen. Dies können z.B. physiologische (Hunger, Durst) oder soziale (Machtstreben, Beliebtheitsstreben) Motive sein. (3 P.)

Ein Motiv alleine führt in einer konkreten Situation jedoch noch nicht zu einer Motivation. Erst wenn zu einem vorliegenden Motiv auch eine konkrete Handlungsmöglichkeit tritt, ergibt sich in der Situation eine Motivation. (5 P.)

So kann das Motiv „Geltungsbedürfnis" durchaus ein starkes sein, wenn es nicht mit einer Handlungsmöglichkeit gepaart ist (z.B. wenn die betreffende Person im Augenblick keine anderen Menschen um sich herum hat), ergibt sich in einer konkreten Situation keine Motivation. (2 P.)

Hinweis:

Die Aussage „Motivation ist ein Motiv mit einer Handlungsmöglichkeit gepaart" ist richtig, führt aber für sich genommen nur zu einer ausreichenden Bewertung. Zu einer Abgrenzung gehört auch der Versuch einer Definition der Begriffe. Hier können Sie aus dem Begriff des Motivs den der Motivation entwickeln – wenn Sie denn den Begriff „Motiv" definiert haben.

Beispiele dienen der Verdeutlichung der Abgrenzung und können durchaus ein Bestandteil der Abgrenzung sein.

4)

Die Hirnforschung geht von einer unterschiedlichen Aufteilung der Funktionen zwischen den beiden Gehirnhälften aus. Während die linke Gehirnhälfte sich eher mit dem digitalen Bereich, also der Logik, der Sprache und der Analyse auseinandersetzt, ist die Aufgabe der rechten Gehirnhälfte eher die des analogen Bereiches, hier finden sich Bilder, Muster und Strukturen. (3 P.)

Klassische geistige Tätigkeiten zielen strukturell eher auf die linke Gehirnhälfte ab, Beispiele für Arbeitsmttel sind etwa Listen, Tabellen und Texte aller Art. Diesen ist eines gemeinsam: je komplexer das dargestellte Problem, um so schwieriger ist die Darstellung der Sachverhalte und um so schwerer fällt das Verstehen. (2 P.)

Hier liegt es nahe, die „brachliegende" andere Gehirnhälfte zu nutzen. Mind Mapping versucht, Strukturen und Bilder zur Darstellung von Sachverhalten zu benutzen und bietet durch die spezielle Darstellung mehr Informationsgehalt (das Gehirn erkennt die Struktur und bekommt sie nicht allein beschrieben) und eine gehirngerechtere Darbietung, da mehrere Hirnbereiche gleichzeitig für die Erfassung des Sachverhaltes genutzt werden. (5 P.)

Hinweis:

Es ist weniger entscheidend, zu wissen, was nun die rechte oder linke Hirnhälfte tatsächlich tut. Wesentlich ist die Differenzierung des analogen und des digitalen „Denkstils" und die Erkenntnis, daß in klassischen Arbeitsmethoden nur jeweils eine Denkart genutzt wird und Mind Mapping hier eine produktive Synthese beider Denkrichtungen ermöglicht.

5)

Kausalattributierungen sind Erklärungsmuster für erfolgreiche oder weniger erfolgreiche eigene Verhaltensweisen (oder Verhaltensweisen des Teams), die meist einem für den Menschen charakteristischen Muster folgen. (5 P.)

Dies kann der Grad der eigenen Tüchtigkeit sein, der Erklärung für Erfolg oder Mißerfolg ist, aber auch etwa Zufälligkeiten.(2 P.)

So kann ein und derselbe Sachverhalt (zum Beispiel das schlechte Abschneiden des Teams beim Verkauf von Bausparverträgen) zu von Mitarbeiter zu Mitarbeiter unterschiedlichen Erklärungen und Reaktionen führen: der Mitarbeiter, der das Ergebnis als Folge des Zufalls sieht, wird keine Konsequenzen für sein Verhalten ziehen, derjenige, der seine eigene Unfähigkeit als Ursache ausmacht, wird vielleicht frustriert sein. Entscheidend ist, daß auch die Führungskraft nicht in ihrer eigenen Kausalattributierung oder der bestimmter Mitarbeiter gefangen ist. (6 P.)

Die Kenntnis der möglichen Kausalattributierungen ermöglicht es der Führungskraft, Verhaltensmuster zu erkennen und gezielten Einfluß auf die Mitarbeiter zu nehmen, etwa dem Mitarbeiter, der ausschließlich Zufälligkeiten als Ursache des Mißerfolges annimmt, klarzumachen, daß seine Kausalattributierung nicht die einzig zwingend richtige ist und dem Mitarbeiter damit zu neuen Einsichten zu verhelfen. (2 P.)

Hinweis:

In der Fragestellung hätte statt des Wortes „warum" besser „wie" gestanden, da dieses den Weg zum Transfer auch auf die Führungsaufgaben und die Bedeutung der Kenntnis der Kausalattributierungen für die Führungsaufgaben weist. Sorry für die ungenaue Fragestellung.

Test 2

als Musterantworten für den Test habe ich besonders gelungene Antworten aus den abgegebenen Tests verwandt. Vielen Dank an die Kolleginnen und Kollegen!

1. Aufgabe

Denkfallen und Stereotypenbildung erschweren häufig den Umgang mit neuen und ungewohnten Situationen.

Beschreiben Sie anhand einer selbstgewählten Situation, wie das Durchbrechen von Stereotypen Veränderungen in Arbeitsprozessen einfacher macht.

Lösung von Herrn Wilkens:

Die Menschen allgemein verharren oft in gewohnten, bewährten Denkstrukturen. Besonders in Situationen, die komplex sind, versucht der Konfrontierte einfache Strukturen zu finden. Dies führt oft zu Denkfallen, die eine kreative Bearbeitung eines Problems unmöglich machen. Um den Denkfallen und Stereotypenbildung vorzubeugen, muss sich der Mensch der oben beschriebenen Verhaltensweisen bewusst sein. Zudem muss er versuchen, neue Lösungswege zu erkennen. ("Das Problem komplett neu aufrollen", andere Blickwinkel)

Als Beispiel kann hier die Einführung einer neuen Fertigungsmaschine in einem Industrieunternehmen dienen. Wenn die vorherige Maschine ähnlich aussah und ähnliche Arbeitsschritte aufwies, neigt der Anwender in der Regel sehr schnell dazu, gewohnte Routinearbeiten auf die neue Maschine zu übertragen. Dies kann bei einer komplexen Anlage aber zu verheerenden Auswirkungen führen (Unfälle, vorzeitige Reparaturen etc.). Hätte der Anwender sich vorab mit der neuen Maschine anhand von Arbeitsanweisungen oder Informationsbroschüren vertraut gemacht und sich damit von der vorherigen Maschine gedanklich komplett gelöst, so wäre die neue Fertigungsmaschine sofort effektiver eingesezt worden. Ein zusätzlicher Lernprozess hätte beim Anwender stattgefunden.

2. Aufgabe

Erläutern Sie kurz das Pareto-Prinzip (80:20-Regel) und zeigen Sie beispielhaft, wie dieses Prinzip zur Erhöhung der Arbeitsproduktivität genutzt werden kann.

Lösung von Frau Woltring:

Das Pareto-Prinzip, die sogenannte 80:20-Regel besagt, dass mit 20% Aufwand 80% des Ertrages erwirtschaftet werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies: mit 80% unseres Arbeitseinsatzes erwirtschaften wir lediglich 20% des gesamten Ertrages.

Als logische Folgerung sollte man also diese 80% des Arbeitseinsatzes einmal genauer untersuchen, ob hier nicht effektiver gearbeitet werden kann.

Bezogen auf ein Beispiel aus der Bankpraxis bedeutet das Pareto-Prinzip auch: mit 20% unserer Kunden erwirtschaften wir 80% unseres Ertrages, d.h. 80% unserer Kunden verhelfen uns nur zu 20% unseres Ertrages.

Diese 80% Kunden nehmen jedoch sehr viel von unserer Arbeitszeit in Anspruch, die im Endeffekt nicht effektiv genug genutzt wird.

Wenn wir diese 80% der Kunden und den damit verbundenen hohen Arbeitseinsatz einmal genauer untersuchen und durchleuchten, müssten wir zu dem Entschluss kommen, unseren Einsatz zu senken und mehr auf die 20% Kunden zu lenken, die uns den höheren Ertrag bringen.

Unsere bonitätsmäßig guten Kunden bringen uns Ertrag bei normalem Arbeitseinsatz. Unsere "kaputten" Kunden jedoch benötigen enorme Überwachung bei der Kontoführung, bringen jedoch nur einen minimalen Ertrag. Würden wir unseren "kaputten" Kunden allen kündigen, würden wir nur 20% unseres Ertrages verlieren, hätten jedoch auf einmal 80% mehr Arbeitszeit.

Eine radikale, aber äußerst gelungene Beschreibung, die alles Wesentliche aufzeigt.

3. Aufgabe

siehe bereits eingestellter Kurztest 1

4. Aufgabe

Das Kurzzeitgedächtnis wird auch als "Flaschenhals" des Gehirns bezeichnet. Grenzen Sie das Kurzzeitgedächtnis von anderen Gedächtnisarten ab und zeigen Sie, wie die Gestaltung von Präsentationsfolien auf die Eigenarten des Kurzzeitgedächtnisses Rücksicht nehmen kann.

Lösung von Frau Knobloch:

Das Kurzzeitgedächtnis kann nur wenige Informationen auf einmal speichern, i.d.R. 7 +-2 Aspekte. Im Zusammenhang mit den anderen Gedächtnisarten lässt sich folgende Abgrenzung vornehmen:

Das Ultrakurzzeitgedächtnis nimmt alle Eindrücke auf, die der Organismus wahrnimmt. Können binnen kürzester Zeit keine Verknüpfungen hergestellt werden, werden diese Informationen wieder vergessen. Hier findet also schon eine Selektion statt, um aus der Fülle der auf uns einprasselnden Informationen die wesentlichen herauszustellen. Diese wesentlichen Informationen werden dann an das Kurzzeitgedächtnis weitergeleitet, wo die Zeit besteht, diese näher zu bearbeiten und Verknüpfungen herzustellen. Sind brauchbare Verknüpfungen hergestellt, werden die Informationen im Langzeitgedächtnis gespeichert. Erfolgt keine Verknüpfung, entpuppen sich die Informationen im Nachhinein als doch nicht wichtig / brauchbar, so geraten auch sie nach kurzer Zeit in Vergessenheit.

Bei der Erstellung von Präsentationsfolien sollte daher darauf geachtet werden, dass nicht zu viele Begriffe / zu viel Text dargestellt wird (5 – 7 Punkte).

Es sollten deutliche Gliederungen erkennbar sein, damit es das Gehirn leichter hat, die Informationen aufzunehmen. Hervorhebungen durch Ausrufezeichen oder Pfeile können – vereinzelt eingesetzt – ebenfalls die Informationsaufnahme erleichtern.

Ein deutlicherer Hinweis auf die im Gegensatz zum KZG theoretisch unbegrenzte Kapazität von UKZG und LZG sowie die Aussage, dass optimalerweise eine Folie mit 5 Elementen ausgestattet ist, da so auch Menschen mit geringerer Merkfähigkeit im KZG die Chance haben, die Folie zu verfolgen, hätte die gute Aufgabenlösung perfekt gemacht.