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Theo Prax

 

Kurzdarstellung des Projekts:

entstand vor vier Jahren über Professoren der Fraunhofer – Institute

Zahlen:

heute sind 22 Großfirmen (z.B. BASF, Carl Zeiss, Daimler Chrysler)
und ca. 30 kleine und mittlere Firmen (z.B. Arbo Umweltengineering)

am Projekt beteiligt und erteilen die Aufträge.

- beteiligte Kommunen / Städte: Ettlingen, Heilbronn, Karlsruhe, Pfinztal

10 Verbände und Vereine: z.B. KEIM; PUSH!; Jugend forscht
41 Professoren aus: 4 Universitäten

9 Fraunhofer - Institute

2 Max – Planck - Institute

- 14 Professoren aus : 5 Fachhochschulen

- 25 allgemein – bildende Schulen (Haupt- und Realschulen, Gymnasien,

davon 1 integrierte Gesamtschule, 3 berufsbildende Schulen

Städte / Länder , in denen Theo – Prax vertreten ist:

- Berlin: Berlin

- Brandenburg: Golm

- Saarland: Saarbrücken

- NRW: Oberhausen, Aachen

- Baden – Württemberg: Stuttgart, Pfinztal, Ellwangen

- Bayern: Freising

 

Die Initiative Theo - Prax hat das (offizielle) Ziel, eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis herzustellen. Theo – Prax ist ein Ausbildungsmodell, das für die Verzahnung von Industrie und Sschule. Dies läuft folgendermaßen ab:

Das Unternehmen wendet sich an Theo – Prax und gibt ihm einen Auftrag. Dieser Auftrag beinhaltet ein Problem 2. oder 3. Priorität, dass die Firma gelöst haben möchte, wegen Zeit- oder Kapazitätsschwierigkeiten aber nicht so bald selbst lösen kann. Die Initiative schreibt das Problem Schüler- bzw. Studentengerecht um und nimmt es in die Liste mit den Fragen auf.

Dann wird diese Liste an die in Frage kommenden Schulen und Universitäten weitergeleitet. Dort wird eine Gruppe aus max. sechs Schülern und einem Lehrer gebildet, die sich aus der Liste ein Problem aussuchen und einen Projektplan erstellen.

Dieser Projektplan beinhaltet 1. Inhalt und Grundidee

2. Zeitplanung

3. Kostenplanung

Dieser Plan wird an die Firma geschickt, die , sofern der Plan ihre Zustimmung erfährt, den offiziellen Auftrag an die Gruppe erteilt. Erst dann beginnt die eigentliche Arbeit der Schülergruppe: Es müssen Ideen gefunden und bewertet werden. Sie müssen durchführbar und kostengünstig sein.

Die Gruppe trifft sich regelmäßig und spricht die Ergebnisse durch, die die Schüler einzeln und zu zweit erzielen. Dabei werden die auftretenden Pobleme durchdisktutiert und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Es werden Patent- und Literaturrecherchen über ähnliche Produkte angestellt und auch darüber neue Lösungen gesucht.

Hat die Gruppe das Problem bearbeitet und evtl. eine gute Lösung gefunden, wird sofern nötig ein Prototyp gebaut.

Am Ende des Projekts werden die Ergebnisse der Arbeit vor der Vertretung des Unternehmens und des Theo – Prax – Teams präsentiert. Nach der Präsentation meldet das Unternehmen als Auftraggeber eventuelle Schutzrechte auf die Ergebnisse an. Die Gruppen sind je nach Einzelfall Erfinder und werden diesbezüglich wie Mitarbeiter des Unternehmens behandelt (Bezahlung, Namensveröffentlichung, etc.). Die Kosten, die während des Programms entstanden, werden vom Unternehmen beglichen.

Themenbeispiele:

Entwicklung neuer Füllstoffe für Gießharz;

Erstellung einer Datenbank nach bestimmten Marketingzielen

Finanzieller Rahmen und Dauer:

- Kosten zwischen 500 und 15.000 DM

- Dauer von 3 – 6 Monaten

Was hat die Schule davon?

Laut Theo – Prax sollen die Schüler die Möglichkeit einer praxisnahen Ausbildung erhalten. Sie sollen Kriterien wie Brainstorming, Recherche, Präsentation und nicht zuletzt Teamwork erlernen und darin gefördert werden. Sie können ihre Leistungen durch Noten, einen Zeugniseintrag und (sofern sie Studenten sind) durch einen Seminarnachweis bewerten lassen und so "Punkte" für die spätere Berufslaufbahn sammeln. Darüber hinaus sollen Schüler erfahren welche Probleme sie mit oder ohne Schulwissen lösen können und erhalten Einblicke in die Praxis ihres anvisierten Berufs oder Wunschstudiengangs.

Was hat die Wirtschaft davon?

Die Unternehmen lassen sogenannte "Schubladenthemen" bearbeiten, die sonst nicht in Angriff genommen werden könnten. Zudem ist die Arbeit durch die Schüler relativ risikoarm und im Ganzen kostengünstiger. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten verbessern häufig laufende Prozesse und Produkte und verhelfen zu neuen Ideen bzgl. diesen. Auch kann die Firma sich für später die zukünftigen Absolventen merken und sofern sie gute Arbeit geleistet hatten auch einstellen.

Verändert sich die Schule durch das Projekt?

Eine Veränderung findet dahin gehend statt, dass die Schüler neben ihrem normalen Unterricht zusätzliche Stunden haben, in denen sie das Projekt bearbeiten. Projekt und Schule voneinander trennen zu wollen, dürfte wohl nicht möglich sein, auch wenn dies nur kleine Gruppen an der Schule betrifft. So werden auch andere Fachlehrer, die das Projekt eigentlich nicht betreuen, zu Rate gezogen, um z.B. mathematische oder physikalische Probleme zu lösen. Es wird mit anderen über das Projekt gesprochen und vielleicht auch zum Teil mit in den Unterricht aufgenommen. Dies verändert dann auch faktisch den Unterrichtsinhalt. Auch verändert sich die Haltung der betroffenen Schüler dem restlichen Unterricht gegenüber (z.B. Desinteresse an Themen , die dem Projekt nichts nützen, usw.).

 

 

 

Welche Ziele hat die Initiative im nächsten Jahr geplant?

Theo – Prax will Schülerfirmen gründen, zwei sind bereits im Aufbau.

1) Raum Karlsruhe: Mit der Unterstützung von KEIM (Karlsruher Existenz-

gründungsimpuls) wird eine reale Firma und zugleich ein Unternehmensnahes

Schulprojekt gestartet. Derzeit sind 64 Schulen aufgerufen worden, Ideen für

Projekt abzugeben. Drei Gruppen werden bei der Verwirklichung ihrer Idee

von Theo – Prax unterstützt. Nach fünf Monaten Laufzeit der Schülerfirma sollen die Schüler ihre Ideen präsentieren und von ihren Erfahrungen bei der

Umsetzung berichten

2) Raum Stuttgart: Unterstützung durch BLK "Bund – Länder- Kommission"

Programm: "Schülerfirma für eine nachhaltige Entwicklung in Baden – W."

Die Schüler stellen ein Produkt her und vertreiben es oder sie bieten Dienst –

leistungen an. Dabei sollen sie die ökologischen und sozialen Folgen ihres

wirtschaftlichen Handelns bedenken und verantwortungsbewusst handeln.

Das Ziel ist die Entwicklung eines unternehmerischen Denkens, das den

Kriterien im Sinne der Agenda 21 verpflichtet ist.

Problem an diesem Projekt:

Das Projekt nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch als die normalen Aufträge der Firmen, bei denen es nur um ein Problem geht. Die Schülerfirma stellt die Gruppen vor wesentlich mehr und auch dringendere Probleme, die schnellstmöglich behoben werden müssen, wenn sie die Firma dauerhaft erhalten wollen. Dadurch verändert sich auch das Lernverhalten in der Schule. Das Projekt kann nicht nur außerhalb der Stunden stattfinden. Die Gruppen beschäftigen sich intensiv mit der Firma, was automatisch Fragen an andere ergibt und so schnell im Plenum Thema wird. Auch ändert sich die Einstellung zur Schule. Die Schüler optimieren ihre Leistungen oder tun das genaue Gegenteil, also fallen in ihren Leistungen ab. Sie denken, wenn das bisher gelernte ausreicht, eine Firma zu gründen, ist das , was sie noch lernen sollen eher überflüssig.

Zudem wird der Lerninhalt zunehmend von den industriellen Themen und Denkstrukturen durchsetzt. Das kann von Vor- oder Nachteil sein, je nachdem, welche Sicht man vertritt. Die Industrie bekommt aber auf jeden fall mehr Gewicht. Die Absolventen bewerben sich häufig bei den Partnerfirmen und diese wissen schon vorher, wer für sie in Frage kommt, da sie die Personen schon durch ihre Projekte kennen und wissen, was sie zu leisten im Stande sind. Dadurch entsteht ein gewisser "Herdenzwang". Wer an den Projekten nicht teilnimmt, hat zumindest bei den Partnerfirmen eine schlechtere Position, also ist es wesentlich schwerer an eine Stelle zu kommen. Außerdem stehen viele Firmen untereinander in Kontakt, so dass sie sich gegenseitig Tipps zu einzelnen Bewerbern geben können. Das führt zwangsläufig zur "Vorselektion" durch die Firmen schon in der Schulzeit und zu einem erhöhten Leistungsdruck schon während der "Grundausbildung".